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Pflegestärkungsgesetz II ab 01.Januar 2017

gültig ab 01.01.2017

Wichtig! Bitte lassen Sie die vorliegende Pflegestufe noch im Jahr 2016 vom Medizinischen Dienst der Pflegekassen prüfen, um eine eventuelle Erhöhung zu erhalten und somit mehr Leistungen in 2017 in Anspruch nehmen zu können.

Änderung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs

Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs gemessen an der Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder Fähigkeiten. Folgende Bereiche sind hierbei relevant:

1.Mobilität

z.B. Positionswechsel im Bett, Sitzposition, Aufstehen

2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

z.B. Personen erkennen, Orientierung, Gedächtnis

3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

z.B. nächtliche Unruhe, Aggressivität, Ängste, Depressionen

4.Selbstversorgung

z.B. Körper- u. Zahnpflege, Ernährung, Ausscheidungen

5. Umgang mit krankheitsbedingten Belastungen

z.B. Medikation, Einreibungen, Injektionen, Arztbesuche

6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

z.B. Tagesablauf gestalten, Ruhen, Beschäftigen, Interaktion

 

Die Bereiche werden unterschiedlich gewertet und ergeben zusammen den Grad der Pflegebedürftigkeit. Den Schwerpunkt bildet Bereich 4 mit 40% Gewichtung.

 

Überleitung von Pflegestufen in Pflegegrade

Durch die Änderung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs werden die Pflegestufen abgeschafft und durch Pflegegrade ersetzt.

Für Pflegebedürftige, die bereits im Jahr 2016 eine Pflegestufe hatten, besteht ein Bestandsschutz. Das bedeutet, dass die Pflegestufen, wie nachfolgend veranschaulicht, in Pflegegrade umgewandelt werden und die bisher erhaltenen Geld- und Sachleistungen der Pflegekassen nicht weniger werden können.

Umwandlung

ohne eingeschränkte

Alltagskompetenz

mit eingeschränkter Alltagskompetenz

Pflegestufe 0

---

Pflegegrad 2

Pflegestufe 1

Pflegegrad 2

Pflegegrad 3

Pflegestufe 2

Pflegegrad 3

Pflegegrad 4

Pflegestufe 3

Pflegegrad 4

Pflegegrad 5

Beispiel: Pflegestufe 1  mit eingeschränkter Alltagskompetenz wird zu Pflegegrad 3, ebenso wie Pflegestufe 2 ohne eingeschr. Alltagskompetenz.

 

Bedeutung der Pflegegrade

PG 1

geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

PG 2

erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

PG 3

schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

PG 4

schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

PG 5

schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

 

Begutachtungen durch den Medizinischen Dienst (MDK)

Ab 2017 existiert nur noch ein Begutachtungsverfahren zur Feststellung des Pflegegrads bei Pflegebedürftigen, die Sonderregelung für Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz entfallen.

Wiederholungsgutachten des MDK werden von Juli 2016 bis Dezember 2018 ausgesetzt (außer bei vorhersehbarer Verringerung des Hilfebedarfs, wie bei Operationen). Änderungen gibt es zudem bei der Frist, die der MDK bei der Überprüfung der Pflegegrade einzuhalten hat. Bisher hatte der MDK fünf Wochen von Antragsstellung bis Festlegung des Bescheids Zeit. Dies wird ab Januar 2018 auf 25 Arbeitstage festgelegt. Sollte der MDK länger benötigen, können Antragsteller auf finanziellen Ersatz klagen.

 Pflegesachleistungen und Pflegegeld:

Um Ihnen zu veranschaulichen, wie sich die Leistungen der Pflegekassen bei der ambulanten Pflege (Pflegedienst), bei der teilstationären Pflege (Tagespflege) und bei der stationären Pflege (Pflegeheim) verändern, haben wir Ihnen  Gegenüberstellungen der bisherigen Leistungen bei Pflegestufe, sowie der neuen Leistung bei Pflegegraden erstellt:

 

Monatliche Sachleistungen Pflegekassen: ambulant u. teilstationär

 

bisher

Umwandlung

neu

Differenz

Pflegestufe 1 ohne e.AK*

468€

Pflegegrad 2

689€

+221€

Pflegestufe 1 mit e.AK

689€

Pflegegrad 3

1298€

+609€

Pflegestufe 2 ohne e.AK

1144€

Pflegegrad 3

1298€

+154€

Pflegestufe 2 mit e.AK

1298€

Pflegegrad 4

1612€

+314€

Pflegestufe 3

ohne e.AK

1612€

Pflegegrad 4

1612€

0€

Pflegestufe 3 mit e.AK

1612€

Pflegegrad 5

1995€

+383€

*e.AK = eingeschränkte Alltagskompetenz

 

Monatliche Sachleistungen Pflegekassen: stationär

 

bisher

Umwandlung

neu

Differenz

Pflegestufe 1 ohne e.AK

1064€

Pflegegrad 2

770€

-294€

Pflegestufe 1 mit e.AK

1064€

Pflegegrad 3

1262€

+198€

Pflegestufe 2 ohne e.AK

1330€

Pflegegrad 3

1262€

-68€

Pflegestufe 2 mit e.AK

1330€

Pflegegrad 4

1775€

+445€

Pflegestufe 3

ohne e.AK

1612€

Pflegegrad 4

1775€

+163€

Pflegestufe 3 mit e.AK

1612€

Pflegegrad 5

2005€

+393€

 

Zu erkennen ist, dass insgesamt mehr Geld durch die Leistungserbringer genutzt werden kann und somit Pflegebedürftigen mehr Leistungen zur Verfügung stehen.

 

Maximaler Pflegegeldanspruch pro Monat bei selbstständiger Sicherstellung der häuslichen Pflege:

 

Pflegegrad 2

316€

Pflegegrad 3

545€

Pflegegrad 4

728€

Pflegegrad 5

901€

 

Die zusätzlichen Betreuungsleistungen entfallen.

Pflegebedürftige mit einer eingeschränkten Alltagskompetenz erhalten ab 2017 keine zusätzlichen Betreuungsleistungen (104€ o. 208€) mehr, sondern einheitlich einen sogenannten „Erstattungsbetrag“ in Höhe von 125€. Für die meisten pflegebedürftigen bedeutet das eine Steigerung der Entlastungsleistungen. Dieser Betrag kann ebenfalls für Leistungen der Tages-und Kurzzeitpflege, sowie für Leistungen des Pflegedienstes genutzt werden.

Der Pflegegrad 1:

Grundsätzlich werden Leistungen der Pflegeversicherung für die Pflegegrade 2-5 gewährt. Um Menschen mit einer geringen Beeinträchtigung zu unterstützen, erhalten diese folgende Leistungen:

-         Pflegeberatung

-         Versorgung mit Pflegehilfsmitteln

-         Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes

-         Anspruch auf den Entlastungsbetrag in Höhe von 125€ monatlich

 

Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege für Pflegegrad 2-5

Jeweils 1612€ pro Jahr.

Zudem ist es möglich 50% der Kurzzeitpflege (+806€) für die Verhinderungspflege in Anspruch zu nehmen (gesamt 2418€).

Für die Kurzzeitpflege kann man 100% der Verhinderungspflege (+1612€) nutzen. Dies macht gesamt 3224€ pro Jahr.

 

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (Pflegegrad 1-5)

Pro Umbaumaßnahme bis zu 4000€.

Für Umbaumaßnahmen im Haushalt, wie zum Beispiel der Umbau einer Badewanne hin zu einer ebenerdigen Dusche.


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